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UPGRADE von Blake Crouch

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Blake Crouch hat einen neuen Sci-Fi-Thriller vorlegt. „Upgrade“ erzählt von Logan Ramsay. Der arbeitet für eine Behörde, die Genmanipulationen verfolgt und bestraft. Seine Mutter selbst war eine berühmte Genetikerin, deren Experimente eine weltweite Hungerskatastrophe ausgelöst und über 200 Millionen Menschen das Leben gekostet haben. Logan trägt diese Last bis heute mit sich herum.

Bei einem Einsatz wird Logan durch eine Bombe verletzt – und stellt bald fest, dass sich sein Körper verändert. Er wird schneller, stärker, sein Gehirn arbeitet schärfer. Jemand hat sein Genom gehackt und ihn „geupgradet“. Als seine Behörde davon erfährt, wird er eingesperrt. Seine Schwester Kara, die ebenfalls verändert wurde, befreit ihn. Doch bald stellt sich heraus, dass die beiden unterschiedliche Vorstellungen davon haben, wie es mit der Menschheit weitergehen soll – und dass sie sich am Ende vielleicht gegenüberstehen werden.

Die große Frage: Was macht uns menschlich?

Blake Crouch stellt in „Upgrade“ Fragen, die mich auch nach dem Lesen beschäftigt haben: Was passiert, wenn wir uns selbst verbessern können? Wenn wir nicht nur klüger, sondern auch empathieloser werden? Wenn wir die Kontrolle über unsere eigene Evolution übernehmen – mit welchen Konsequenzen? Das sind große philosophische Fragen, und ich mag es, wenn Sci-Fi solche Themen aufgreift. 

In „Upgrade“ wirken diese Gedanken allerdings manchmal auch etwas zu aufdringlich. Es gibt Passagen, die sich anfühlen, als würde einem eine moralische Botschaft direkt ins Gesicht gesagt – statt sie durch die Handlung zu vermitteln. Das hat mich stellenweise gestört.

Außerdem wirkt die Charakterzeichnung manchmal wie Beiwerk zur Handlung und die ist zwar rasant, aber nicht immer glaubwürdig.

Die genetischen Erklärungen sind teils extrem ausführlich und detailreich. Blake Crouch hat sich hier offenbar sehr intensiv mit Genetik beschäftigt und das merkt man. Aber manchmal wäre weniger mehr gewesen.

Kein schlechtes Buch, aber auch kein Highlight

„Upgrade“ ist kein schlechter Roman. Die Prämisse ist spannend, die Action ist gut inszeniert, und die philosophischen Fragen, die er aufwirft, sind wichtig. Aber im Vergleich zu anderen Büchern fehlt mir etwas: die emotionale Tiefe, die überraschenden Wendungen, das Gefühl, dass hier ein Autor schreibt, der mich wirklich packen will. Ich denke aber trotzdem, ich werde es nochmal mit einem der anderen Bücher des Autors versuchen. 

Zum Buch.

Eve Bernhardt

Eve Bernhardt ist in Göttingen aufgewachsen und liest schon so lange sie denken kann. Nach ihrem FSJ Kultur studierte sie Kreatives Schreiben und Kulturjournalismus in Hildesheim. Sie arbeitet als Journalistin und betreibt seit 2020 betreibt ihren eigenen Jugendbuchpodcast.

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