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Die theoretische Unwahrscheinlichkeit von Liebe

Die theoretische Unwahrscheinlichkeit von Liebe

von Ali Hazelwood.

„Die theoretische Unwahrscheinlichkeit von Liebe“ ist übrigens nicht zu verwechseln mit „Die Unwahrscheinlichkeit von Liebe“ von A. J. Betts – übrigens auch ein tolles Buch aber eben nicht das, um das es jetzt hier geht. 

"The love hypothesis"/ „Die theoretische Unwahrscheinlichkeit von Liebe“ von Ali Hazelwood
“The Love Hypothesis”/„Die theoretische Unwahrscheinlichkeit von Liebe“ von Ali Hazelwood

Falls ihr auf Bookstagram oder auf Booktok etwas aktiver seid, kennt ihr die englische Fassung, „The Love Hypothesis“ wahrscheinlich schon vom sehen – jedenfalls wurde das Buch in den letzten Wochen und Monaten total gehyped und ich musste es dann auch unbedingt lesen. 

In „Die theoretische Unwahrscheinlichkeit von Liebe“ geht es um Olive. Ihre beste Freundin Anh ist in ausgerechnet den Typen verliebt, mit dem Olive vor kurzem noch auf einem Date war. Weil Anh ihr einfach nicht glauben möchte, dass sie kein Problem damit hat, wenn die beiden etwas miteinander anfangen, küsst sie einen wildfremden Typen und erzählt Anh er sei ihr Freund. Und der Fremde, der sich als Adam Carlsen entpuppt, der schrecklichste Prof des ganzen Instituts, bietet ihr an, mitzuspielen. Also starten die beiden ihre Fake-Beziehung – sie damit Anh in Frieden glücklich werden kann und er, damit das Institut auch weiterhin seine Forschung fördert, denn eine Beziehung würde ihn an die Uni binden und das Investment so um einiges sicherer machen. Doof nur, dass Olive, die nie wirklich an die Liebe geglaubt hat, sich dessen plötzlich nicht mehr ganz so sicher ist.

Figruenliebe

Als Hauptfigur fand ich Olive richtig toll. Ähnlich wie andere Protagonistinnen aus Liebesromanen die sich vor allem an die Zielgruppe New Adult richten, hat sie ein ganzschönes Päckchen mit sich herumzuschleppen und musste, obwohl sie noch jung ist, schon relativ viel durchmachen in ihrem Leben. Trotzdem ist sie nicht die klischeehafte unsichere Person, die nicht so recht weiß, was sie mit sich anfangen soll. Stattdessen immer irgendwie lebensfroh geblieben und forscht als Doktorandin zur Früherkennung von Prankreaskarzinomen, also von Bauchspeicheldrüsenkrebs. Sie macht einen guten Job und kämpft für das, was sie erreichen will.

Im Gegensatz zu ihr ist Professor Adam Carlsen eher von missmutiger Natur und nicht gerade das, was ich jetzt die Freundlichkeit in Person nennen würde. So mies er sich aber allen anderen gegenüber verhält, bei Olive scheint er sich, aus welchem Grund auch immer, zusammenzureißen und stärkt ihr sogar den Rücken.

Als Leserin war mir relativ schnell klar, wie sich die Geschichte entwickelt. Trotzdem war mir beim Lesen nicht langweilig. Es geht nicht um krasse Polttwists oder so, sondern um das Zwischenmenschliche zwischen den Beiden Hauptfiguren, um ihre Beziehung zueinander und sich zu selbst. Trotzdem gab es einige unerwartete Wendungen, die stellenweise überraschend viel Tiefe in das Buch gebracht haben, aber sie stehen eben nicht im Zentrum der Geschichte. „Die theoretische Unwahrscheinlichkeit von Liebe“ ist ein humorvoller und ein wenig leicht kitschiger Roman, der sich locker und angenehm lesen lässt und tatsächlich meine durch den ganzen Hype geweckten Erwartungen auf eine eher niedrigschwellige, unterhaltsame und schöne Lesezeit erfüllen konnte. 

Achtung bei Kauf

Falls ihr jetzt Interesse an dem Buch haben solltet, eine kleine Anmerkung noch: Wenn ihr das Buch in der deutschen Fassung auf Amazon kaufen wollt, steht da, dass es sich um ein gebundenes Buch handelt. Das stimmt nicht, es ist ein Taschenbuch. Da ich einige Personen kenne, die etwas enttäuscht waren nach ihrer Bestellung, ein Taschenbuch statt dem erwarteten Hardcover zu erhalten, noch diese kurze Info. Ansonsten eh immer sinnvoll: Unterstützt am besten eure lokalen Buchhandlungen, statt alles online zu bestellen.


Hör auch mal in die Podcastfolge rein:


Bibliographisches zu Die theoretische Unwahrscheinlichkeit von Liebe

(Deutsche Fassung)

Erschienen bei Rütten & Loening

ISBN: 978-3-352-00971-6

Umfang: 443 Seiten

Preis (Taschenbuch): 16,90€

Link zur Buchseite beim Verlag

Eve Bernhardt

Eve Bernhardt ist in Göttingen aufgewachsen und liest schon so lange sie denken kann. Nach ihrem FSJ Kultur studierte Kreatives Schreiben und Kulturjournalismus in Hildesheim. Sie arbeitet als freie Journalistin und betreibt seit 2020 betreibt ihren eigenen Jugendbuchpodcast.

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